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Markenaufbau

Auch bekannt als · Brand Building

Markenaufbau ist die Arbeit daran, dass eine Marke in Kaufsituationen erinnert, erkannt und gewählt wird — kaufrelevante Bedeutung besetzen, zuordnen lassen, im Erleben bestätigen.


Was ist Markenaufbau?

Markenaufbau ist die Arbeit daran, dass eine Marke in Kaufsituationen erinnert, erkannt und gewählt wird. Sie besteht aus drei Aufgaben: eine kaufrelevante Bedeutung besetzen, sie eindeutig der eigenen Marke zuordnen lassen und sie im Erleben bestätigen.

Was Markenaufbau nicht ist: ein Logo, ein Claim, eine Kampagne, ein Relaunch. Diese Dinge können Teil der Arbeit sein. Sie sind nicht die Arbeit.

Woher Wachstum kommt

Die Datenlage aus Jahrzehnten der Kategorieforschung ist an einem Punkt eindeutig: Marken wachsen fast immer dadurch, dass mehr Menschen sie kaufen, und selten dadurch, dass bestehende Käufer:innen loyaler werden. Diese Käuferreichweite heißt Penetration.

Das hat zwei Konsequenzen, die vielen Marketingplänen widersprechen.

Die Mehrheit der Käufer:innen kauft selten. Der größte Umsatzanteil kommt in den meisten Kategorien nicht von den Stammkäufer:innen, sondern von der großen Zahl derer, die gelegentlich kaufen. Wer nur die eigene Bestandsgruppe anspricht, spricht mit dem kleineren Teil des Marktes.

Zu enge Zielgruppen begrenzen das Wachstum. Eine Kampagne, die nur eine scharf abgegrenzte Gruppe erreicht, kann rechnerisch nur begrenzt wachsen. Breite Reichweite innerhalb der Kategorie ist eine Voraussetzung, keine Ungenauigkeit.

Die vier Stellschrauben

Kaufsituationen besetzen. In welchen Momenten entsteht Bedarf, welche Auslöser bringen Menschen dazu, in der Kategorie zu suchen? Diese Momente heißen Category Entry Points. Je mehr davon eine Marke besetzt, desto häufiger kommt sie in Frage. Eine Marke, die nur für einen einzigen Anlass steht, wird auch nur bei diesem Anlass erinnert.

Wiedererkennbarkeit sichern. Farben, Formen, Sound, Sprache, Bildwelten und Verpackungen machen die Marke als Absender erkennbar. Diese Signale heißen Distinctive Brand Assets. Sie sind eine Gedächtnisfrage und keine Gestaltungsfrage. Kommunikation, die nicht der Marke zugeordnet wird, baut keine Marke auf. Deshalb ist Kontinuität hier wichtiger als Kreativität.

Verfügbar sein. Eine Marke, die im Kopf ist, aber im Regal, im Suchergebnis oder in der Ausschreibung fehlt, wird nicht gekauft. Diese Seite heißt Physische Verfügbarkeit und ist in vielen Fällen die günstigere Wachstumsquelle.

Versprechen einlösen. Jeder Kontaktpunkt bestätigt die Bedeutung der Marke oder widerspricht ihr. Ein Widerspruch beschädigt die Zufriedenheit und die Klarheit der Gedächtnisspur.

Reihenfolge in der Praxis

  1. Diagnose: Wofür steht die Marke heute im Kopf, wo wird sie erinnert, wo nicht?
  2. Entscheidung: Markenpositionierung festlegen und ausformulieren
  3. Codes: bestehende Wiedererkennungssignale prüfen, die funktionierenden stärken
  4. Kontaktpunkte: die wichtigsten Momente der Kaufentscheidung überarbeiten
  5. Reichweite: kontinuierlich und breit kommunizieren statt in Kampagnenwellen
  6. Messung: Bekanntheit in Kaufsituationen und Zuordnung der Codes regelmäßig erheben

Was Geld kostet

  • Zu häufiger Wechsel. Jeder Neuauftritt setzt die Erinnerungsarbeit teilweise zurück.
  • Aussetzen der Kommunikation. Gedächtnisspuren verblassen. Wer ein Jahr pausiert, beginnt nicht dort, wo er aufgehört hat.
  • Reine Abverkaufsorientierung. Maßnahmen, die nur bestehende Nachfrage abschöpfen, erzeugen keine neue.
  • Codes ohne Prüfung austauschen. Vor jedem Redesign gehört gemessen, welche Elemente erkannt und richtig zugeordnet werden.
  • Zu viele Botschaften. Wer in jeder Kampagne etwas anderes sagt, baut viele schwache Spuren statt einer starken.

Wie lange das dauert

Markenaufbau wirkt langsam und wirkt lange. Erste Bewegungen in Bekanntheit und Zuordnung sind nach mehreren Monaten messbar, wirtschaftliche Effekte über Jahre. Diese Zeitachse passt schlecht zu Quartalszielen, ändert sich dadurch aber nicht.

Quelle · Byron Sharp, Binet & Field

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