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Markenpositionierung

Auch bekannt als · Positionierung, Brand Positioning

Markenpositionierung ist die Entscheidung, wofür eine Marke im Kopf ihrer Käufer:innen stehen soll — relevant, unterscheidbar und einlösbar.


Was ist Markenpositionierung?

Markenpositionierung ist die Entscheidung, wofür eine Marke im Kopf ihrer Käufer:innen stehen soll: relevant, unterscheidbar und einlösbar. Sie legt fest, in welchen Situationen die Marke erinnert werden will, welches Bedürfnis sie besetzt und was sie von den Alternativen trennt.

Der wichtigste Teil dieser Definition ist „im Kopf ihrer Käufer:innen“. Eine Positionierung ist keine Selbstbeschreibung, sondern eine Wette darauf, welcher Platz im Gedächtnis erreichbar und wirtschaftlich wertvoll ist.

Positionierung ist nicht Identität

Diese beiden Begriffe werden regelmäßig verwechselt, und die Verwechslung kostet Geld.

Die Markenidentität beschreibt das Selbstbild: Wer sind wir, was können wir, wie treten wir auf? Sie speist sich aus Herkunft, Kompetenz und Anspruch des Unternehmens.

Die Markenpositionierung ist die Auswahl daraus, getroffen unter Marktbedingungen. Ihre Frage lautet nicht „Was können wir alles?“. Sie lautet: Was davon interessiert Käufer:innen so sehr, dass sie deshalb bei uns kaufen? Und was davon können unsere Wettbewerber nicht genauso glaubhaft behaupten?

Die drei Prüfsteine

Relevanz. Löst die Positionierung ein Bedürfnis, das kaufentscheidend ist? Marken argumentieren auf drei Ebenen: Eigenschaften („verzinkter Stahl“), funktionale Ziele („hält 20 Jahre“) und psychologische Motive („ich muss mich nie wieder darum kümmern“). Die dritte Ebene bindet am stärksten und ist am schwersten zu kopieren. Die meisten Positionierungen bleiben auf der ersten stecken.

Unterschied. Nicht jede Differenz ist wertvoll, aber ohne Differenz gibt es keinen Grund, den Preis zu zahlen. Hilfreich ist die Trennung in Points of Parity, also die Merkmale, die man braucht, um überhaupt in Betracht gezogen zu werden, und Points of Difference, die den Ausschlag geben. Eine Airline muss sicher und pünktlich sein. Das unterscheidet sie nicht.

Wie stark Differenzierung wirtschaftlich wirkt, zeigt das Meaningfully-Different-Framework: Für das Absatzvolumen zählt Bedeutsamkeit am meisten, für die Zahlungsbereitschaft ist Andersartigkeit fast ebenso wichtig. Wer Differenzierung zurücknimmt, um breiter zu gefallen, gibt in der Regel Preissetzungsmacht auf.

Einlösbarkeit. Kann das Unternehmen das Versprechen an den relevanten Kontaktpunkten bestätigen: im Produkt, im Service, im Vertrieb, im Verhalten der Mitarbeitenden? Eine Positionierung, die die Organisation überfordert, erzeugt Enttäuschung. Enttäuschung ist teurer als Unbekanntheit.

Wie eine Positionierung entsteht

  1. Diagnose. Wofür steht die Marke heute im Kopf? Dazu gehören Befragungen von Käufer:innen, Wettbewerbsanalyse und eine Bestandsaufnahme der Kontaktpunkte.
  2. Kaufentscheidung verstehen. In welchen Situationen entsteht Bedarf, welche Auslöser bringen Menschen dazu, in der Kategorie zu suchen? Diese Situationen heißen Category Entry Points und bestimmen, wann die Marke im Kopf verfügbar sein muss.
  3. Optionen entwickeln. Mehrere Richtungen formulieren. Wer nur eine Option entwickelt, verteidigt sie, statt zu bewerten.
  4. Entscheiden. Jede Option gegen die drei Prüfsteine halten und gegen die Frage: Was müssten wir aufgeben? Eine Positionierung, die nichts ausschließt, hat sich nicht entschieden.
  5. Übersetzen. In Markenkern, Markencodes, Kommunikationsplattform, Produktentscheidungen und interne Verankerung.

Der letzte Schritt ist der, an dem die meisten Projekte scheitern.

Typische Fehler

  • Sie beschreibt die Kategorie statt die Marke („Qualität, Zuverlässigkeit, Kundennähe“)
  • Sie ist nach innen gedacht: formuliert aus dem, was das Unternehmen stolz macht
  • Sie ist zu breit, weil sie niemanden ausschließen will
  • Sie bleibt ein Dokument ohne Übersetzung in Codes und Kontaktpunkte
  • Sie wird gewechselt, sobald die Marketingleitung wechselt

Woran man eine gute Positionierung erkennt

Sie ist in einem Satz sagbar, ohne Adjektivketten. Sie schließt etwas aus. Sie ist für Mitarbeitende handlungsleitend, weil sich daraus ableiten lässt, welches Angebot man nicht macht. Und sie hält der Frage stand, ob der stärkste Wettbewerber genau dasselbe behaupten könnte.

Quelle · Al Ries & Jack Trout

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