Glossar
System 1 und System 2
Auch bekannt als · Zwei Denksysteme, Dual Process Theory
System 1 und System 2 beschreiben zwei Denkmodi: einen schnellen, automatischen und emotionalen — und einen langsamen, bewussten und anstrengenden.
System 1 und System 2 sind die beiden Denkmodi, die Daniel Kahneman beschreibt. System 1 ist schnell, automatisch, assoziativ und emotional. System 2 ist langsam, bewusst und anstrengend – und vor allem träge: Es übernimmt, was System 1 anbietet, sofern nichts es zum Eingreifen zwingt.
Warum System 1 und System 2 für Marken zählen
Fast jeder Alltagskauf wird von System 1 entschieden. Damit werden Wiedererkennung, Vertrautheit und leichte Abrufbarkeit zu wirtschaftlichen Größen statt zu weichen Faktoren – sie sind das Rohmaterial, mit dem das schnelle System arbeitet.
Was daraus folgt
- Leichtigkeit gewinnt. Was leicht zu verarbeiten ist, wird günstiger beurteilt und häufiger gewählt.
- Der Kontext formt das Urteil. Ankereffekte und Framing verändern Antworten, ohne die Fakten zu verändern.
- Argumente entscheiden selten. Rationale Begründungen rechtfertigen meist eine längst getroffene Wahl.
Das ist das psychologische Fundament unter Mentaler Verfügbarkeit und Distinctive Brand Assets – beide machen eine Marke für das schnelle System leicht abrufbar.
Quelle · Daniel Kahneman, Thinking, Fast and Slow
Verwandte Begriffe
Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit ist der Anteil einer Werbung, der tatsächlich angesehen wird — ein Maß, das echte Wahrnehmung von technischer Auslieferung trennt.
Distinctive Brand Assets
Distinctive Brand Assets sind die nichtsprachlichen Elemente — Farben, Formen, Figuren, Töne —, an denen Menschen eine Marke erkennen, ohne ihren Namen zu sehen.
Mentale Verfügbarkeit
Mentale Verfügbarkeit ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Marke in einer Kaufsituation in den Sinn kommt — wie leicht und wie oft sie bemerkt, wiedererkannt und gedacht wird.